Für das Krankheitsbild des Boxerulcus ist typisch: Boxer im Alter von sieben oder acht Jahren oder älter, ein leicht tränendes Auge, das betroffene Auge schmerzhaft zugekniffen. Oft geht der Prozeß schon über mehrere Tage ohne Besserung.
Bei der Untersuchung mit dem Augenmikroskop ist deutlich zu erkennen, dass ein Teil der Hornhautoberfläche defekt ist. Das Epithel hat an dieser Stelle eine Wunde, ein Geschwür oder Ulcus. Mit Hilfe eines fluorescierenden Farbstoffes kann man das Ausmaß des Defektes darstellen. Der Körper versucht diese Wunde zu schließen. Aber die Reparatur klappt nicht. Die Desmosomen haften nicht fest, das bedeutet dass die neuen Epithelzellen nicht anwachsen können. Das neue Gewebe scheuert auf der sensiblen Hornhaut und bei jedem Lidschlag entsehen Schmerzen. Der Heilungsversuch des Körpers kann über sehr lange Zeit erfolglos sein. Unbehandelt kommt es oft langfristig zur Bildung von Ersatzgewebe, was nicht durchsichtig wie die Hornhaut ist. Die Sehfähigkeit ist dann reduziert.
Zur Behandlung eines solchen Boxerulcus gehört gute fachliche Versorgung und Geduld. Eine antibiotische Augensalbe ist immer notwendig, um Bakterien von der Wunde fern zu halten. Einige Hunde versuchen ständig das schmerzhaft Auge zu reiben, so dass ein Halskragen zum Schutz des Augapfels zu empfehlen ist. Fast immer ist ein wiederholtes Abtragen der lockeren Epithelränder notwendig. Das geschieht unter lokaler Betäubung des Auges durch Augentropfen 1-2 mal pro Woche. Die meisten Tiere lassen es gut ohne weitere Maßnahmen vornehmen. Führt dieses Vorgehen über längere Zeit (Wochen) zu keinem Erfolg, sollte unter Narkose eine chirurgische Auffrischung der Hornhautwunde erfolgen. Gerade bei älteren Tieren ist es sinnvoll erst das Narkoserisiko abzuklären ( Blutcheck, EKG ). Meistens ist ein Halskragen nach der Operation ratsam. Die Erfolgsrate durch eine chirurgischen Auffrischung ist hoch. Leider kann am selben Auge oder am anderen Auge jederzeit wieder ein schlecht heilendes Ulcus entstehen.
Auch wenn im Fachjargon vom "Boxerulcus" gesprochen wird, können auch ältere Hunde anderer Rassen betroffen sein. Überwiegend sind es Patienten mit hervorstehenden Augäpfeln und / oder nicht eng anliegenden Augenlidern.
Die Treue eines Tieres würde uns nicht so rühren wenn die Treue unter den Menschen häufiger wäre!!